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Internes Arbeitsdokument. Dieses Dokument ist eine Zuarbeit zur Datenschutz-Folgenabschätzung und kein freigegebenes Ergebnis. Es kann Zwischenstände, offene Fragen und Formulierungen enthalten, die so nicht in die DSFA übernommen werden. Lokale Dateipfade des Autors wurden vor der Veröffentlichung entfernt.

Recherche: Wie die gematik Datenschutz-/Sicherheitsdokumentation veröffentlicht — Vorbilder für die ORISO-DSFA

Stand: 2026-08-13. Recherchiert für: ORISO (Matrix-basierte Online-Beratungsplattform) — Ziel: DSFA/DPIA als versionierte HTML-Seite mit PDF-Download im Docs-Repo.


1. Welche Dokumente die gematik öffentlich bereitstellt

a) Die DSFA selbst: E-Rezept-App (das direkteste Vorbild)

Die gematik hat für die E-Rezept-App eine vollständige DSFA freiwillig veröffentlicht (sie war rechtlich nicht in allen Teilen dazu verpflichtet und hat sogar Verarbeitungen einbezogen, für die sie nicht Verantwortliche ist). Publiziert als drei getrennte PDF-Artefakte auf der Produkt-Website:

Erklärtes Zielpublikum laut Dokument: „die interessierte Öffentlichkeit". Hinweis: Der Vollbericht-PDF ist technisch verschlüsselt/kopiergeschützt (AES) — ein Anti-Pattern, siehe Fazit.

Für die Telematikinfrastruktur insgesamt existiert dagegen keine veröffentlichte Gesamt-DSFA — das wurde per FragDenStaat-Anfrage bestätigt (BMG: DSFAs macht der jeweilige Verantwortliche pro Komponente): https://fragdenstaat.de/en/request/datenschutzfolgeabschatzung-telematik-infrastruktur/ · Kontext DSK/Mitverantwortung: https://ddrm.de/telematik-infrastruktur-datenschutzkonferenz-betont-datenschutzrechtliche-mitverantwortung-der-gematik/

b) TI-Messenger-Spezifikationen (gemSpec) — inkl. Datenschutz-/Sicherheitskapiteln

Die Spezifikationen enthalten jeweils ein Kapitel „Datenschutz und Sicherheit" (z. B. Kap. 4.1 in TI-M Basis) und verweisen auf das übergreifende Datenschutz- und Sicherheitskonzept der TI (gemKPT_DS_Sich_TI). Sicherheitsgutachten selbst werden nicht als Dokumente publiziert, sondern von gematik-akkreditierten Sicherheitsgutachtern erstellt (Gutachterliste im Fachportal); veröffentlicht wird das Ergebnis (Zulassung) und die Anforderungslage.

c) GitHub (github.com/gematik)


2. Publikationsform im Detail (das gemSpec-Modell)

Das Kernstück ist gemSpecPages (gemspec.gematik.de) — genau das Modell „versionierte HTML-Seite mit PDF-Download":

  1. HTML als Primärformat, ein Dokument pro Seite, mit vollem Inhaltsverzeichnis.
  2. Version prominent im Kopf: Versionsnummer + Revision + Stand-Datum (z. B. „Version 1.2.0, Stand 25.11.2025").
  3. Dokumentenhistorie als Tabelle im Dokument: jede Version mit Datum, geändertem Kapitel und Änderungsgrund.
  4. Stabile URL-Struktur: /docs/gemSpec/<Dok>/<Dok>_V<x.y.z>/ pro Version plus /docs/gemSpec/<Dok>/latest/ als beweglicher Zeiger. Alte Versionen bleiben abrufbar.
  5. „Änderungsvergleich": verlinkter Diff zur Vorversion, zusätzlich änderungsmarkierte Fassungen (_Aend.html).
  6. Mehrere Download-Formate pro Dokument: PDF, HTML, Excel, XML (Excel/XML v. a. für die maschinenlesbare Anforderungsliste).
  7. Anforderungs-IDs (A_xxxxx / gemäß AFO-Systematik): jede normative Aussage hat eine stabile, referenzierbare ID — dadurch sind Gutachten, Zulassung und Tickets präzise verlinkbar.
  8. Arbeitsteilung Portal vs. GitHub: Fachportal/gemSpecPages = normative, versionierte Dokumente; GitHub = maschinenlesbare API-Artefakte + Beispiele mit eigenem Release-Zyklus; Confluence-Blog = erklärende, lebende Inhalte.

3. Wie die gematik Matrix/E2EE beschreibt (Referenz-Formulierungen)

Aus gemSpec_TI-M_Basis / gemSpec_TI-Messenger-Client (Formulierungen, die sich für eine DSFA gut adaptieren lassen):

Quellen: https://gemspec.gematik.de/docs/gemSpec/gemSpec_TI-M_Basis/latest/ · https://gemspec.gematik.de/downloads/gemSpec/gemSpec_TI-Messenger-Client/gemSpec_TI-Messenger-Client_V1.1.2.pdf · https://fachportal.gematik.de/anwendungen/ti-messenger

Muster-Textbaustein (adaptierbar für ORISO): „ORISO basiert auf dem offenen Kommunikationsprotokoll Matrix. Nachrichteninhalte werden auf dem Endgerät der Nutzerin erstellt und Ende-zu-Ende verschlüsselt (Verfahren Olm für Einzel-, Megolm für Gruppenkommunikation, Double-Ratchet-Familie wie bei Signal). Auf dem Server liegen Inhalte ausschließlich verschlüsselt; die zur Entschlüsselung nötigen Schlüssel werden nur zwischen den Endgeräten der Raumteilnehmer geteilt. Ergänzend ist jede Verbindung transportverschlüsselt (TLS). Die eingesetzte Verschlüsselungsimplementierung (vodozemac) wurde extern auditiert."


4. Weitere Vorbilder für „DPIA als lebendes Web-Dokument"

NHS England (bestes HTML-Vorbild): - Overarching DPIA für die Federated Data Platform als HTML-„long read"-Seite (kein PDF-Zwang, mit Versionsangabe und Update-Hinweisen): https://www.england.nhs.uk/long-read/overarching-data-protection-impact-assessment-dpia-for-the-federated-data-platform-fdp/ - Produkt-DPIAs als eigene Publikationsseiten: https://www.england.nhs.uk/publication/nhs-fdp-product-data-protection-impact-assessment-dpia-fdp-national-ontology/ - NHS login DPIA als HTML-Seite auf dem Digital-Portal: https://digital.nhs.uk/services/nhs-login/data-protection-impact-assessment - NHSBSA veröffentlicht DPIA-Summaries systematisch als Publication-Scheme-Seite: https://www.nhsbsa.nhs.uk/what-we-do/publication-scheme/our-data-protection-impact-assessment-dpia-summaries - Redigierte Vollversion parallel als PDF (Redaktionsprinzip: identifizierbare Version geschwärzt): https://www.england.nhs.uk/wp-content/uploads/2025/08/redacted-ndit-nhs-england-fdp-dpia-identifiable-version-v3.0.pdf

Matrix.org / Element (E2EE-Selbstbeschreibung): - E2EE-Implementierungs-Guide (HTML, lebend): https://matrix.org/docs/matrix-concepts/end-to-end-encryption/ - Die Matrix-Spec selbst (spec.matrix.org) ist das Muster „versionierte HTML-Spezifikation mit Changelog und /latest/"-Zeiger — dasselbe Modell, das gematik mit gemSpecPages nachbaut. - Element-Produktseite E2EE (Marketing-Ton, NCC-Audit-Verweis): https://element.io/en/features/end-to-end-encryption

Deutsche Verwaltung / Open Source: - ZenDiS/openDesk publiziert die komplette Doku (inkl. Sicherheits-/Datenschutzunterlagen) im offenen Repo auf openCoDE — Modell „Compliance-Doku lebt im Git-Repo neben dem Code": https://www.zendis.de/en · https://en.wikipedia.org/wiki/OpenDesk - Muster-DSFA für TI-Konnektor (Mediverbund, zeigt das klassische Word/PDF-Formular-Modell): https://www.medi-verbund.de/wp-content/uploads/2021/02/24.9.2019_Mediverbund-TI-Konnektor-Muster-DSFA.pdf


5. Fazit: Was für ORISO kopieren, was nicht

Kopieren: 1. gemSpecPages-URL-Modell: docs/dsfa/v1.2.0/ + docs/dsfa/latest/ — alte Versionen bleiben stehen, „latest" ist der Zeiger. HTML ist Primärformat, PDF wird pro Version daneben gelegt. 2. Dokumentenhistorie als Tabelle im Dokument (Version, Datum, Kapitel, Änderungsgrund) + verlinkter Änderungsvergleich (bei uns: Git-Diff-Link zwischen Version-Tags — billiger als gematiks generierte _Aend-Fassungen). 3. Dreiteilung der E-Rezept-DSFA: Vollbericht + kurze allgemeinverständliche Summary + tabellarische Risikoanalyse (die Tabelle ggf. als CSV/Excel maschinenlesbar, analog gemSpec-Excel-Export). Die Summary ist das, was Träger/Öffentlichkeit tatsächlich lesen. 4. Stabile Anforderungs-/Risiko-IDs (z. B. DSFA-R-012, DSFA-M-034): macht Maßnahmen in Issues/PRs referenzierbar — gematiks A_-Nummern sind der Grund, warum ihr Ökosystem präzise zitieren kann. 5. NHS-„long read"-Stil für die HTML-Fassung: echtes navigierbares Webdokument mit Versionsblock oben, kein eingebettetes PDF. 6. E2EE-Beschreibung in Schichten (Transport-TLS → E2EE Olm/Megolm → Föderationsarchitektur) + Verweis auf externe Audits (vodozemac/NCC) statt Eigenlob — die gematik-Formulierungen aus Abschnitt 3 sind direkt adaptierbar.

Nicht kopieren: 1. Verschlüsselte/kopiergeschützte PDFs (die E-Rezept-DSFA ist AES-gesperrt — schadet nur der Zitierbarkeit und Transparenz). 2. Die Portal-Zersplitterung der gematik (Fachportal + gemSpecPages + gematik.de + Confluence + GitHub): für ORISO reicht ein Docs-Repo mit GitHub-Pages/Site — GitHub als Quelle UND Publikationsort (das openDesk-Modell), nicht getrennte Systeme. 3. Word-als-Quellformat (gematik-PDFs sind erkennbar aus .docx generiert): Quellformat sollte Markdown/AsciiDoc im Repo sein, HTML+PDF werden im CI gebaut. 4. Kein separater Sicherheitsgutachten-Apparat nötig: gematiks Gutachter-/Zulassungsmodell ist regulatorisch bedingt; für ORISO genügen verlinkte externe Audit-Referenzen (Matrix-Krypto-Audits) + eigene Risikoanalyse.

Konkrete Empfehlung: DSFA als Markdown im Docs-Repo, CI baut versionierte HTML-Seite (+ PDF pro Release-Tag), URL-Schema mit latest-Zeiger, Dokumentenhistorie-Tabelle im Kopf, stabile Risiko-/Maßnahmen-IDs, separate 2-Seiten-Summary. Struktur-Vorlage: DSFA E-Rezept-App (Vollbericht + Summary + Risikotabelle); Web-Form-Vorlage: NHS England FDP-DPIA; Versionierungs-Vorlage: gemSpecPages.